Bericht der Brauwelt über den Deutschen Brau- und Malzmeistertag vom 14. - 16. Juni 2013 in Stuttgart.

Klartext beim Brau- und Malzmeistertag

Alle zwei Jahre treffen sich die im DBMB organisierten Mitglieder zum Deutschen Brau- und Malzmeistertag. In diesem Jahr war vom 14. bis 16. Juni Stuttgart das Ziel von über 500 Teilnehmern, die für die Anreise mit strahlendem Wetter und einer bestens organisieren Veranstaltung belohnt wurden. Organisator Ralph Barnstein und sein Team hatten hier ganze Arbeit geleistet.

 

„Klartext mit Lauer“

Nach der Präsidiumssitzung am Freitag und einem gelungenen Begrüßungsabend im Römerkastell fand am Samstag Morgen im Großen Gemeindesaal des Stuttgarter Rathauses die Hauptversammlung statt.

DBMB-Präsident Thomas Lauer berichtete kurz über die Aktivitäten der vergangenen beiden Jahre, unter anderem über den neuen Internetauftritt des DBMBs mit neuen Informationsmöglichkeiten für die Mitglieder.

Im zweiten Teil seiner Begrüßung, die er unter das Motto „Klartext mit Lauer“ stellte, sprach er einige Aspekte kritisch an. Dazu gehörten z.B. falsche „Tatsachen“ über die deutsche Brauwirtschaft, die – einmal in die Welt gesetzt – nicht mehr auszuräumen sind. Beispiel: Die deutsche Brauwirtschaft habe eine Überkapazität von 30 Prozent. „Wer berechnet das?“ fragte Lauer. „Und auf welcher Basis? Welche Produktionsfaktoren sind berücksichtigt? Was ist mit Saisonfaktoren? Was mit schon abgeschriebenen Alt-Installationen?“ Lauer forderte auf, solche Aussagen kritisch zu hinterfragen, da sie in der Öffentlichkeit zu falschen Rückschlüssen führten.

Positiv in der Öffentlichkeit angekommen ist dagegen die neue Lust am Bier. Hierzu habe die Ausbildung zum Biersommelier erheblich beigetragen. Diese schöne Entwicklung werde mitunter nur durch solche „Biersommeliers oder andere selbsternannte Bierexperten wie z.B. der Lebensmittelchemiker und umstrittene Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer getrübt, die als echte Fachleute zum Thema Bier auftreten und dann mit Halbwissen zu Technik, Technologie oder auch Marktgeschehen „Expertenwissen“ verkaufen, das es einem schon graust“, ärgerte sich Lauer. „Warum sucht man sich nicht qualifizierte Ansprechpartner? Sind die Aussagen dann vielleicht zu positiv?“

Der Präsident ging auch auf die Craft Beer Entwicklung ein. Die unterschiedlichsten Biere - hergestellt „manchmal auch mit abenteuerlicher Technologie“ - sind in Mode. Veranstaltungen wie das Braukunst Live Festival in München brächten Bier wieder positiv in die Medien. Aber die deutschen Brauer müssten sich keineswegs verstecken, zumal laut Craft Brewery-Definition der amerikanischen Brewers Association „wir hier in Deutschland alle Craft Brewers sind“, freute sich Lauer.

Allerdings rege er sich über die Schwarz-Weiß-Malerei auf, wonach gute Biere heutzutage anscheinend Spezialbiere zu sein haben und ein „normales Pils“ nicht mehr als gutes Produkt, sondern als „Einheitsbier“ verschrien ist. Er äußerste aber die Hoffnung, dass der Verbraucher mündig genug sei, um selbst zu entscheiden, was er will.

 

Veränderungen im DBMB

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde auch die Satzung geändert. Auf Grund der in den nächsten Jahren steigenden Zahl an altersbedingt beitragsfrei zu stellenden Kollegen wurde die Satzung dahingehend geändert, dass man sich vom Beitrag freistellen lassen kann (aber nicht automatisch befreit ist). Lauer hofft, dass sich viele Kollegen entschließen werden, den DBMB auch finanziell weiter zu unterstützen.

Ein weiteres Novum ergab sich durch das Ausscheiden von Franz Xaver Brummer und Michael Reischmann aus dem Präsidium des DBMB: Erstmals in der Geschichte des DBMB wurden zwei Damen hinzu gewählt: Zum einen die langjährige Vorsitzende und Schatzmeisterin der Landesgruppe Weser-Ems, Kerstin Kumbera, zum anderen Dr. Lydia Winkelmann, Chefredakteurin der BRAUWELT und Schriftführerin im Vorstand der Landesgruppe Nordbayern.

Im Anschluss an die Wahl des Präsidiums wurde Franz Xaver Brummer einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. (Die vollständige Organisationsstruktur ist unter www.dbmb.de abrufbar)

Einen guten Überblick über die Aktivitäten des DBMB gaben die einzelnen Präsidiumsmitglieder in ihren Ressort-Berichten.

Dieter Borghorst, Finanzen, bestätigte den Mitgliedern eine konstant gute finanzielle Situation des Vereins.

Dr. Stefan Lustig, Arbeits- und Sozialwesen, stellte eine seit 2011 zunehmende Zahl von Anfragen zu juristische Fragen fest. Hier konnte der DBMB mit Unterstützung seines „Haus-Juristen“ Dr. Weber viele Fragen zufriedenstellend klären, ob es nun den Widerruf einer Haustrunkzusage, Betriebsrenten, Versicherungsbedingungen oder die Gestaltung von Arbeitsverträgen betraf.

Dr. Josef Fontaine, allg. Geschäftsführung, ging unter anderem auf die Zahl bzw. die Altersstruktur der Mitglieder ein (weswegen die Satzungsänderung (siehe oben) nötig geworden war).

Abschließend berichtete Oliver Landsberger, techn.-wissenschaftl. Bildungswesen, über die Fachexkursion der Berufsschullehrer 2012 und den Azubi-Preis des DBMB (siehe BRAUWELT 21-22/2013, S. 647) sowie mit Unterstützung von Prof. Martin Krottenthaler über das duale Ausbildungssystem (Lehre plus Bachelor-Studium) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Zuletzt bestätigte Kassenprüfer Rolf Houben die ordnungsgemäße Führung der Bücher, mit der Folge, dass das Präsidium einstimmig entlastet wurde.

Nach einem stilvollen Festabend fand die diesjährige Veranstaltung einen gemütlichen Ausklang im Brauhaus „Schönbuch“ im Zentrum Stuttgarts.

Der nächste Deutsche Brau- und Malzmeistertag findet vom 5.-7. Juni 2015 in Bamberg statt.

 

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DBMB-Präsident T. Lauer sprach Klartext

 

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Gruppenbild mit Damen: Das (nicht ganz vollständige) Präsidium des DBMB mit den

Neuzugängen K. Kumbera (vorne, Mitte) und Dr. L. Winkelmann (vorne, 2.v.r.)

 

 

Bilder: Brauwelt